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Cyoss News 23.07.2021

CYOSS engagiert sich zum zweiten Mal beim „Aktionstag Münchner Unternehmen“

Nachdem der letztjährige Aktionstag pandemiebedingt leider abgesagt werden musste, freuten wir uns umso mehr im Jahr 2021 wieder eine gute Tat vollbringen zu können!

In diesem Jahr stand der Social Day unter dem Motto „gemeinsam zu den wilden Tieren“. Unser Projektpartner im Rahmen des 5. Aktionstags Münchner Unternehmen „Des mach ma!“ war die VIVO GmbH/ Stiftung Pfennigparade. Die VIVO leitet Wohn- und Rehabilitationsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Körperbehinderung und Atemlähmung. Es werden regelmäßig besondere Aktionen für die Bewohner geplant und durchgeführt, um die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern und den Alltag aufzulockern. Die Voraussetzung hierfür sind allerdings Freiwillige, die die Betreuer mit helfenden Händen unterstützen.

Am 22. Juli war es dann endlich soweit - 9 Mitglieder des CYOSS-Teams haben für einen Tag ihre Schreibtische verlassen und sich auf den Weg zur Wohneinrichtung der Stiftung Pfennigparade gemacht. Unseren Ausflug durften wir mit Wohngruppe 2 verbringen, deren Bewohner bereits das Rentenalter erreicht haben.

Nach Durchführung des obligatorischen Corona-Tests, konnten wir uns ein Bild davon machen wie die Bewohner hier so leben und die ersten Gräben zwischen eingefleischten Bayern Fans der Pfennigparade und leider leicht unterlegenen BVB Stimmen auf Seiten Cyoss taten sich auf. Trotz sportlicher Interferenzen fand das ausführliche Briefing zum Handling mit den Rollstühlen konfliktfrei statt. Schließlich lernten wir die wichtigsten Akteure des Tages – die weiteren Bewohner des Wohnheims – kennen. Die beidseitige anfängliche Schüchternheit wurde relativ zügig abgelegt und wir waren uns schnell einig, die kleinen und großen Barrieren der öffentlichen Verkehrsmittel bei der Anreise zum Zoo gemeinsam in Angriff zu nehmen und zu meistern. Gestärkt an Leib und Seele ging es dann an das Abenteuer „Wie ist dein Alltag mit Einschränkungen?“.
Ernüchterung stellte sich schnell ein. Als „normaler“ Teilnehmer der öffentlichen Verkehrsmittel ist es schwer vorstellbar, welche Tücken eine kurze U-Bahnfahrt für einen Rollstuhlfahrer mit sich bringen kann. Ohne helfende Hände sind solche Ausflüge kaum für die Einrichtung machbar. Es gibt beispielsweise nicht an jeder U-Bahn einen Aufzug, die Tram hat oft kaputte Rampen – dann bleibt oft nur der Bus wo die Einsteighilfe manuell heruntergeklappt wird. Oft unter den genervten Blicken der anderen Fahrgäste – Was dauert denn da schon wieder so lange?

Am Tierpark Hellabrunn angekommen, war die Vorfreude auf Seiten Cyoss mittlerweile mindestens genauso groß wie auf Seiten Pfennigparade. Durch eine lange Schlange am Eingang wurde Geduld vor allem auf unserer Seite erneut geprüft. Geduld beziehungsweise Zeitmanagement war generell ein gutes Learning des Tages. Alles dauert einfach länger und wenn wir eines an diesem herrlichen Sommertag lernen konnten, dann war es sicher, mehr im Moment zu sein. Ein Tag mit eingeschränkten Menschen zu verbringen ist eine gelebte ZEN Übung und die ständige Hektik und der Optimierungsdrang unseres Alltags wird einem ungeschönt vor Augen geführt, wenn man einmal für ein paar Stunden aus diesem herausgerissen wird und auch mal die U-Bahn verpassen muss statt sprinten zu können. So stellt sich nämlich schnell die Frage – waren wir es, die den Bewohnern etwas Gutes getan haben, in dem wir ihnen diesen Ausflug ermöglicht haben? Sicherlich. Aber ist das Geschenk auf unserer Seite nicht weitaus größer durch den Perspektivwechsel? Die Freude über so etwas – für uns – selbstverständliches – wie einen Ausflug in den Zoo in den Augen der Bewohner und Betreuer zu sehen, war ein Geschenk, das wir mitnehmen durften.

Eins ist auf jeden Fall sicher: diesen Tag werden alle Teilnehmer des Projekts nicht so schnell vergessen. Und da sich Geduld so schnell nicht üben lässt, werden wir uns wohl im nächsten gemeinsamen Ausflug wieder üben müssen!

 

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